Was Negativität aus uns macht und wie wir da wieder rauskommen

Dein Kind küsst dich nie? Es schmust nie mit dir? Lacht über deine Missgeschicke und ist sozial einfach unerträglich? Dein Kind kann nicht teilen, hat keine Freunde und so hast du dir dein «Muttersein» einfach nicht vorgestellt? Du schreist selbst und fühlst dich einfach nur als miese Mutter?

Kenne ich. An diesem Punkt war ich auch mal.

Ich dachte nicht nur schlecht über mich als Mutter, sondern auch über mein Kind. Die typischen Gedanken bezüglich meines Kindes waren:

«Mein Kind ist so gemein.»

«Mein Kind ist blöd oder ein Arsch.»

«Mein Kind ist stur wie ein Esel.»

«Mein Kind ist ein Kotzbrocken.»

«Mein Kind ist ein Fiesling.»

Und die Liste lässt sich noch beliebig verlängern.

Ausserdem tendieren wir dazu, die aggressiven Attacken unserer Kinder, sehr persönlich zu nehmen. Wer mag es schon, wenn einem das eigene Kind sagt, dass man ein Arschloch oder noch schlimmeres ist.

Eben dieses «Arschloch» kümmert sich aber den ganzen Tag um dieses Kind und ist oftmals von den Reaktionen des Kindes überwältigt und überfordert. Wir sehnen uns nach Liebe von diesen Kindern und die Rückmeldung erfolgt oft nur in Form von weiteren Aggressionen.

Du fühlst dich schlecht, weil du weisst, dass Medikamente keine Lösung sind, aber so weiter gehen wie bisher kann es auch nicht. Ja vielleicht steckst du sogar in einem miesen Teufelskreis fest, in dem Symptome deines Kindes eher schlimmer anstatt besser werden.

Deine Zukunftsängste bezüglich dieses Kindes sind inzwischen auch haushoch– keinen Schulabschluss oder Job, Diebstahl, betreutes Wohnheim, es sitzt mir für immer auf der Tasche, die eigene Lebensqualität und damit deine Freiheit ist in Gefahr!

Deine Erfahrungen aus den letzten Monaten und Jahren, lassen dich stetig in die Vergangenheit abdriften und du lebst schon zum zigsten mal die gleiche schlechte Erfahrung mit der gleichen Wut und Frustration darüber durch.

Was genau ist das Problem an all diesen negativen Gedanken und Ängsten über unser Kind und uns selbst? Sie halten uns an genau diesem Ort fest oder ziehen uns erst recht dahin. Und obwohl wir das natürlich nicht wollen, erzielen wir unabsichtlich den gegenteiligen Effekt.

Wenn du dich also nicht weiter in diesem negativen Strudel aufhalten willst, dich momentan aber so fühlst, dann lese dir die folgenden 6 Tipps durch, wie du dich aus diesem negativen Gedankenkarussell wieder befreien kannst.

6 Tipps aus dem negativen Gedankenkarussell auszusteigen

  • Erstelle dir ein Mantra für dein Kind, dass du in schwierigen Situationen stetig wiederholen kannst, z.b. «Mein Kind braucht meine Hilfe, es ist nicht böse.»
  • Erstelle dir eine (lange) Liste aus allen positiven Eigenschaften von dir selbst als Mutter als auch von deinem Kind. Richte den Fokus auf das Gute!
  • Gebe dir Selbstmitgefühl in schwierigen Situationen. Dies ist die grösste Herausforderung für Eltern zu meistern.
  • Verzeihe dir und entwickle Mitgefühl, wenn du nicht so reagiert hast, wie du das gerne getan hättest. Entschuldige dich bei deinem Kind. Vergiss nicht, wir sind alle nur Menschen und niemand ist perfekt. Das ist der erste Schritt in Richtung Selbstliebe.
  • Feiere dich und dein Kind, für noch so jeden kleinen Erfolg. Fange an die kleinen Dinge die gut laufen zu beachten und zu feiern.
  • Lerne im präsenten Moment zu bleiben, so lässt du negative Erfahrungen und Zukunftsängste hinter dir und vernetzt nicht immer wieder diese alten Gedankenautobahnen, die du eigentlich gar nicht weiter ausbauen möchtest.

Ich möchte dir noch eines mit auf den Weg geben. Du bist die allerwichtigste Ressource für dein Kind und der beste Therapeut. Lass dir diese Chance nicht entgehen, wieder mehr Lebensqualität für dich und dein Kind zu erschaffen. Denn auch deine eigenen Bedürfnisse wollen erfüllt sein. Wer das auf Dauer nicht tut, wird nicht nur unzufrieden, sondern landet auch im Burnout. Dann hast du nicht nur keine Energie für dein Kind, sondern auch keine für dich selbst. Du hast es selbst in der Hand. Mein Kind sagt mir heute, dass es mich liebt und mich braucht. Das konnte ich mir vor einigen Jahren noch nicht vorstellen. Es ist definitiv mehr möglich, als du bisher denkst!

Warte nicht zu lange, dir die Hilfe zu holen, die du bei diesem Elternmarathon benötigst. Sei es dir und deinem Kind Wert.

Alles Liebe,

Carmen

Anmeldung zum wöchentlichen Impulsbrief
Du möchtest regelmässig einen Impuls von mir erhalten, wie du mit deiner Situation und deinem verhaltensauffälligen Kind umgehen kannst? Melde dich hier an.
Marketing by