Meine Geschichte

Kinder wollte ich schon immer, mindestens 2 vielleicht sogar mehr. Aber ich hatte auch ein stressiges Berufsleben, wollte Karriere machen und somit war ich 34 Jahre alt, bis ich mein erstes Kind zur Welt brachte.

Die Schwangerschaft und Geburt war geprägt von beruflichen und emotionalem Stress und mein kleines Baby hatte von Anfang an Reflux, weinte viel und wollte immer getragen werden. Als ich nach 6 Monaten Mutterschaftsurlaub wieder ins Büro zurück durfte (so empfand ich damals) kam mein Sohn in die Kinderkrippe und steckte einen Infekt nach dem anderen weg. Fieber, Husten und Dauerschnupfen gehörte bei uns zum Alltag und nebenbei nahmen wir noch andere fiese Kinderkrankheiten mit.

Mit 2 Jahren war uns klar, dass seine Atmung und seine dauernden Infekte ihn so beeinträchtigten, dass er eine Mandeloperation benötigte. Die fand dann auch statt, gerade kurz bevor ich mein 2. Kind, unsere Tochter, zur Welt brachte.

Die Atmung wurde nicht viel besser, aber das Verhalten meines Sohnes wurde von Tag zu Tag auffälliger. Er war zunehmends aggressiv, er konnte nicht mehr still halten, nicht mehr alleine einschlafen, sprechen konnte er immer noch nicht, sauber war er auch noch nicht, im Gegenteil er hatte Durchfall und einen wunden Popo  etc. Die Fragen meiner Familie, warum er denn noch immer nicht sauber ist halfen da auch nicht wirklich. Ich wurde einfach immer nur gestresster. Wir machten die ersten Entwicklungsabklärungen, aber da hiess es nur Entwicklungsrückstand. Wir bekamen also frühkindliche Heilpädagogik und Logopädie und der Durchfall wurde mir als Hirngespinst und nicht behandlungsbedürftig von meiner Kinderärztin ausgelegt. Stattdessen meinte sie, ich solle mir doch überlegen meinem damals 4 jährigen Sohn Medikamente zu verabreichen, da sonst seine gesamte Schulkarriere versaut werden würde….ich war sprachlos und lehnte dankend ab.

Also machten wir weiter wie immer, ich vom Verhalten meines Sohnes überfordert, was mich zurück ins Büro trieb, da es zu Hause kaum auszuhalten war. Die Diagnose des Entwicklungsrückstandes tat ich naiv ab unter dem Motto «Jedes Kind hat noch Laufen und Sprechen gelernt» das holt er schon auf. Er kam dann mit 5 Jahren in einen integrierten Kindergarten mit weiterer Heilpädagogischer, Logopädischer Förderung und Ergotherapie. Wir schafften es knapp ihn bis dahin sauber zu bekommen und die Kindergartenlehrer diagnostizierten ihn gleich als ADHS Kind. Also starteten wir mit einer neuen Runde Entwicklungsabklärungen. Dieses Mal wurde mir bestätigt, dass der Grund für den Entwicklungsrückstand nicht ein ADHS ist, aber was es ist konnte mir auch niemand sagen. Auch ein ADHS wurde nicht diagnostiziert und so ging ich wieder zurück mit der Falschannahme, dass immer noch alles von alleine besser würde. Den Durchfall meines Sohnes hatte ich in der Zwischenzeit selbst mit Hilfe eines Naturheilpraktikers mehr schlecht als recht therapiert.

Mit 7 kam mein Sohn an eine öffentliche Schule mit integrierter Heilpädagogischen Förderung. Und nach nur 8 Wochen wurde er zum Problemfall. Sein Verhalten uferte aus, er war höchst aggressiv, schlug um sich, benutzte nur noch Schimpfworte und wir wussten wie immer nicht weiter. Bis die Schule uns einige Wochen später sagte, dass er suspendiert werde von der Schule….. mein Kind flog also von der Schule ohne Vorwarnung, angeblich wegen zu grossem schulischen Leistungsdruck. Ich spürte, dass das Quatsch war, aber ich hatte zu wenig Wissen um den Lehrern, Heilpädagogen und Psychologen Paroli zu bieten. Also schluckte ich das und nach weiteren 3 Monaten fanden wir eine neue Schule, dieses mal eine Heilpädagogische Schule in der nun nur noch körperlich und geistig Behinderte Kinder waren. Mein Sohn wurde etwas ruhiger, aber für mich war es schwer zu ertragen, dass ich nun ein «behindertes Kind» haben sollte. Ich musste aber auch einsehen, dass er kognitiv inzwischen ca. 5 Jahre den anderen Kindern hinterher war.

Unsere Tochter litt auch, an den ewigen Ausrastern ihres Bruders, an meinem Herumgeschreie, ich hatte nie Zeit für Sie, da mein Sohn mich so beanspruchte. Ich sah es und wusste mir trotzdem nicht zu helfen. Meine eigenen hohen Erwartungen erschöpften mich und Scham und Schuld setzte ein, dass ich diesen Erwartungen in keinster Weise genügte.

Das Verhalten meines Sohnes zu Hause war aber immer noch höchst aggressiv mit vielen Ausrastern und so suchte ich mir nochmals Hilfe mit einer weiteren Abklärung. Ich wusste ich brauchte Hilfe und ich dachte der einzige Weg diese zu erhalten war über eine Diagnose. Dieses mal wurde meinem Kind frühkindlichen Autismus und ADHS diagnostiziert. Diagnosen die in all den früheren Abklärungen zum Teil sogar kategorisch ausgeschlossen wurden. Was hatte sich in diesen Jahren bei meinem Kind also so verändert fragte ich mich? Nun bekam ich als Info, dass das alles nicht heilbar sei und man verschrieb uns Ritalin mit der Begründung, dass ihm das «neue Türen» öffnen würde, in ein besseres soziales Leben…. Nach 3 Monaten brach ich das Medikamenten Experiment wieder ab, denn ich hatte einen Zombie statt meinem ansonsten lebensfrohen Kind zu Hause. Ein Zombie, der noch weniger sprach als sonst, nichts essen und trinken wollte und auch nicht sich selbst war und abends nachdem die Medikamente aufhörten zu wirken, krasse Ausraster hatte. Die Ärzte meinten, es gäbe noch Alternativen zu Ritalin, doch dieses Mal lehnte ich dankend ab. Es musste doch etwas anderes und besseres geben, nur was? In der Zwischenzeit gab ich meinen Job auf und Corona sei dank, war zum nichts tun gezwungen. Aus einer inneren Intuition heraus verstand ich, dass es Zeit war, mich um mich selbst zu kümmern und genau das tat ich. Ich fing an Stress und Ballast aus meinem Leben abzuwerfen und siehe da, je ruhiger ich wurde, desto ruhiger wurde mein Kind. Mit dieser ersten Beobachtung wurde meine Neugier geweckt, was wenn es da noch mehr gibt, wenn da noch mehr möglich ist? Aber bevor ich mir diese Frage beantworten konnte, kam schon die nächste Hürde. Mein Sohn entwickelte eine Angst/Panikstörung die so schlimm wurde, dass ich mir wieder nicht mehr zu helfen wusste. Er ging oft nicht mehr zur Schule und seine körperlichen Symptome die von dieser Panik verursacht wurden, machten ihm noch mehr Angst! Ein widerlicher Teufelskreis setzte sich erneut in Gang. Ich bat wieder um Hilfe und wurde an einen Kinderpsychiater überwiesen, die mir nach ca. 3 Gesprächen geraten hat, ihn mit Antidepressiva zu behandeln. Jetzt startete ich wirklich durch! Ich konnte nicht glauben, dass mein Kind welches noch keine 10 Jahre alt war, Antidepressiva erhalten sollte. Ich lehnte dankend ab und machte es von nun an zu meiner Mission, meinem Kind wirklich zu helfen. Das Übel an der Wurzel zu packen, doch dazu musste ich erst wissen, was Autismus wirklich ist und was Gründe für diese Symtpome sein konnten. Denn bei uns in der Familie hatte bis zu diesem Zeitpunkt niemand ADHS oder Autismus diagnostiziert. Ich stellte zunehmends fest, dass Ärzte auch nicht alles wissen und genauso in Ihren Silos denken wie viele von uns.

Und dann fing ich an alles zu Lesen und zu Lernen was damit in Zusammenhang stand, ich fing an über Positive Kindererziehung zu lernen, über entwicklungsbasierte Autismusansätze zu lernen, über Trauma, über Hirnforschung, Ernährung und und und….. mein Wissensdurst kannte keine Grenzen. Und so setzte ich ein Puzzleteil nach dem anderen zusammen. Heute geht es nicht nur mir so gut wie noch nie, sondern auch meinem Kind. Die Panikattacken sind Geschichte, genauso wie der Durchfall. Mein Kind hat praktisch keine Ausraster mehr und sagt mir oft, wie sehr er mich liebt. Wenn er Ausraster hat, sind sie in wenigen Minuten vorbei, früher dauerten diese oft Stunden. Er kann seine Gefühle und seinen Nervensystemzustand identifizieren. Wir haben unsere Lebensqualität wieder zurückgewonnen. Sind wir schon am Ziel? Nein, da ist noch mehr möglich, ich weiss es. Wir nehmen aber einen Schritt nach dem anderen. Denn Veränderung und Heilung braucht Zeit. Ich persönlich habe noch nie so optimistisch in unsere Zukunft gesehen!

All das ist auch für Dich möglich. Wenn Du bereit bist, Neues zu lernen und daran interessiert bist innere Entwicklung und Gesundheit für dein Kind ohne Medikamente zu entwickeln. Denn eines habe ich in all den Jahren gelernt. Es braucht gut informierte Eltern, um es besser zu machen und mit dem richtigen Werkzeug ausgestattet. Ich hatte mal zu einem Freund gesagt:» Wenn mir endlich mal jemand erklären kann warum mein Kind so tickt wie es tickt, damit ich meinen Sohn endlich mal verstehen kann. Dann gebe ich ihm all mein Geld.» Die eigentliche Arbeit liegt tatsächlich bei den Eltern. Es gibt Sie nämlich nicht die Wunderpille die alles besser macht. Aber jede Menge Hoffnung und Beweise, dass die Symptome verbesserbar sind. Denn es gibt sie zur genüge, die Erfolgsstories von Kindern, die heute Erwachsen sind und keine Autismusdiagnose mehr haben, weil keine Verhaltensauffälligkeiten und kognitive Beeinträchtigungen mehr feststellbar sind…..

Gib dir also ruhig die Erlaubnis, dir eine Zukunft für dein Kind vorzustellen, in dem die Symptome besser sind. Sei mutig und sag ja zu Dir und deinem Kind!

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