Grippezeit = Fieberzeit für geschwächte Immunsysteme

Es ist wieder mal diese Jahreszeit in dem viele unserer Kinder einen Infekt nach dem anderen wegstecken. Als mein Sohn mit 6 Monaten in die Kinderkrippe musste und ich zurück zur Arbeit, war er alle 2-3 Wochen krank. Fieber, Schnupfen, Husten, Ohrenschmerzen – im Dauerzustand.

Jedes Mal verschrieb mir der Arzt Ibuprofen und Paracetamol, die ich im Wechsel meinem Kind verabreichen sollte, um das Fieber zu senken und entzündungswirkend Schmerzen zu lindern. Im heutigen Artikel will ich aber genau dieses Thema einmal näher beleuchten. Denn damals habe ich mir nie Gedanken darüber gemacht über Kosten-Nutzen von Medikamenten.

Wie viele Infekte sind überhaupt normal?

Nun ja, das Immunsystem unserer kleinen Lieblinge ist natürlich noch am Lernen und daher sind Kinder häufiger krank als wir Erwachsene. Mit 10 Jahren ist das Immunsystem weitestgehend ausgereift.

Säuglinge und Kleinkinder haben im Durchschnitt sieben bis acht, Schulkinder fünf bis sechs, Jugendliche vier Erkältungen pro Jahr. Aber: mehr als zehn Prozent der Kinder sind öfter als zwölfmal im Jahr erkältet!

Wenn ich heute unsere Situation im Rückblick betrachte, dann gehörte mein Sohn ganz sicher zu diesen über 10% Kindern.

Kosten-Nutzen von Medikamenten

Über diesen Aspekt habe ich mir lange keine Gedanken gemacht. Ich bin mit meinem Kind zum Arzt und der hat mir Medikamente verschrieben, die ich meinem Kind dann verabreicht habe. Ohne zu hinterfragen. Weil ich dem Arzt blind vertraute, der musste es ja wissen. Unsere Kinderärztin hielt nicht viel von homöopathischen Mitteln, aber dafür viel von Ibuprofen und Paracetamol.

Für Ärzte ist es eine einfache Gelegenheit Geld zu verdienen und abzurechnen und die Medikamente versprachen schnelle Besserung der Symptome. Eigentlich halfen die Medis mir genauso, denn gefühlt konnte ich mein Kind schneller in die Kita bringen und vielleicht schlief mein Sohn so eine Nacht durch, die ich sonst auch nicht geschlafen hätte.

Was die Kosten dieser schnellen und unüberlegten (ein bisschen Zahnweh, da hilft doch auch Ibuprofen etc) Medikamentengabe waren, habe ich mir dabei nie überlegt. Wie jedes Medikament kommen auch Ibuprofen und Paracetamol nicht ohne Nebenwirkungen daher. Und noch viel schlimmer, sie lösen maximal das Symptom, aber meist nie die Ursache – die eines geschwächten Immunsystems. Warum dieses Kind so oft krank war und wie wir dieses Immunsystem wieder fit bekommen hätten können, das wurde leider nie diskutiert oder erwähnt.

Beispiel: Ibuprofen und Paracetamol

Bei allen Schmerzmitteln, deren Wirkstoffe zu den sogenannten nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) zählen, können bei einer längeren Einnahme Durchfälle, Magenschmerzen, Übelkeit, Darmprobleme, Bauchschmerzen und im schlimmsten Falle sogar Blutungen oder Geschwüre auftreten. Das liegt daran,dass bei der Hemmung der sogenannten Prostaglandine (= ein Gewebshormon und zentraler Botenstoff bei der Schmerzentstehung) die Magenschleimhaut ihren Schutz vor der Magensäure verliert. Dadurch können schnell Magenschmerzen entstehen. Aber es ist auch gut zu wissen, dass das Medikament bei langer Einnahme (wie bei chronischen Schmerzen) zu Leber- oder Nierenschäden führen kann. Das Medikament wird nämlich über die Leber verstoffwechselt und über die Nieren dann wieder ausgeschieden.

Paracetamol hat keine entzündungshemmende Eigenschaft, nur eine schmerzstillende Eigenschaft, aber wird ebenfalls über die Leber abgebaut. Die Einhaltung der richtigen Dosierung ist daher zwingend notwendig.

Wenn man bereits sensible Kinder hat, belasten wir demnach zusätzlich die 2 wichtigsten Organe für die Immunabwehr – die Leber und der Darm.

Ist Fieber senken wichtig und richtig?

Fieber ist primär mal eine Reaktion des Körpers, um mit fiesen Eindringlingen fertig zu werden. Fieber beschleunigt also die Abwehrprozesse im Körper. Wenn wir diese eigentlich «gesunde» Reaktion des Körpers stetig unterdrücken ist das gar nicht zielführend.

Die Frage, ab welcher Temperatur Fieber medikamentös gesenkt werden muss, lässt sich ebenfalls nicht allgemeingültig beantworten. Zum Nutzen einer Fiebersenkung bei Erwachsenen und Kindern gibt es bislang keine aussagekräftigen, evidenz-basierten Daten. In einer großen Review-Arbeit, die 2022 veröffentlicht wurde, haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler 42 Studien zu dem Thema analysiert und kommen zu dem Ergebnis: «Die Fiebertherapie scheint das Risiko von Tod und schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen nicht zu beeinflussen.» Zur Frage, ob Fiebersenken den Krankheitsverlauf verlängert, liegen keine belastbaren Daten vor. (Quelle: NDR, Ratgeber Gesundheit)

Mein persönliches take away ist: Im Endeffekt scheint es, das Fiebersenkung (natürlich nur bei nicht lebensbedrohlichem Fieber) nur geringen Nutzen hat, dafür aber die Nebeneffekte bei stetiger Gabe von Fiebersenkenden Medikamenten bei Infekt anfälligen und sensiblen Kindern eher hoch zu sein scheint. Denn die Leber und den Darm zusätzlich zu stressen ist ein hoher Preis. Da wären die guten alten Wadenwickel mit Essiglappen doch genauso gut gewesen.

Die eigentliche Frage die wir uns als Eltern mit Infekt anfälligen Kindern oder Kindern mit geschwächtem Immunsystem doch eigentlich stellen sollten, ist, wie wir dieses Immunsystem verbessern und unterstützen können.

Wie kann ich das Immunsystem unterstützen?

Dazu müssen wir uns erst mal im Klaren sein, dass das Immunsystem zu 70% im Darm sitzt. Ein gesunder Darm und eine gut funktionierende Leber sind für ein gut funktionierendes Immunsystem also ein Muss. Aber auch das lymphatische System spielt eine Rolle und sollte in Schuss gehalten werden. Hier sind meine besten Tipps:

  1. Eine Antientzündliche Ernährung implementieren und nährstoffreich essen
  2. Genügend Antioxidantien zur Verfügung stellen
  3. Ausreichend Schlaf
  4. Bewegung an frischer Luft
  5. Wechselduschen und Sauna für ältere Kinder
  6. Trampolinspringen oder Trockenbürsten
  7. Viel Wasser oder Tee trinken
  8. Stress vermeiden und abbauen (auch für das Immunsystem!)
  9. Rauchen innerhalb von Wohnräumen vermeiden, so dass Kinder den Rauch nicht einatmen

Hast du noch andere Tipps wie du das Immunsystem deines Kindes unterstützt? Teile sie mir und der Community gerne mit!

Alles Liebe

Carmen

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