Carmen, wie bringe ich mein Kind dazu…..xy zu machen?

Eines der grössten Probleme von Eltern. Unsere Kinder mit Diagnosen wie ADHS und/oder Autismus zu etwas zu motivieren, zu dem sie eigentlich keine Lust oder noch schlimmer Angst haben.

Bei uns waren es die Arztbesuche, zu denen mein Sohn nicht mehr mitkommen wollte. Die aber für mich ach so dringlich gewesen wären. Wenn wir eine Freizeitaktivität geplant hatten, eine die vielleicht sogar von ihm selbst gewünscht oder ausgesucht worden war, wollte er in der letzten Sekunde nicht mit. Vom Aufräumen der Spielsachen die er alle benutzt hatte und ich jeden Abend versorgt haben wollte ganz zu schweigen. Die Hausaufgaben die am Ende des Tages immer noch nicht gemacht waren…. die Liste wäre lang.

Er kontrollierte unseren Tagesablauf und ich verstand nicht warum. Die grosse Kunst diese Kinder zu etwas motivieren, was sie nicht wollen, konnte mir wieder einmal niemand beibringen. Und ja noch heute ist das nicht immer einfach. Von was ich in diesem Artikel heute aber reden will ist, dass es manchmal einfach eine Veränderung in der eigenen Wahrnehmung und im Verständnis über unsere Kinder braucht. Aber zuerst klären wir mal die Frage, warum sich unsere Kinder mit Autismus, ADHS oder sonstigen Diagnosen oft so schlecht motivieren lassen.

Warum sind Kinder mit neurologischen Diagnosen wie Autismus und ADHS so schlecht zu motivieren?

Na ja zu Dingen zu denen mein Sohn Lust hatte, konnte man ihn sehr wohl motivieren, ja da brauchte es gar keine von aussen, da er genug intrinsische (also eigene innere) Motivation hatte.

Wenn deinem Kind die eigene innere Motivation fehlt, dann stehen deinem Kind folgende Dinge potentiell im Weg:

  1. Es hat Angst, unter Angst können wir nicht denken, wir sind aufs Überleben fokussiert und haben keine Kapazität Dinge zu tun, die dem Überleben nicht dienen (Lernen zum Beispiel).
  2. Deinem Kind fehlt es an Dopamin. Dopamin ist das Motivationsmolekül welches einem den Drive/ Antrieb und Fokus gibt, Dinge fertig zu bekommen. Dopamin ist aber auch am «Lustsystem» des Gehirns beteiligt und fungiert dazu, ein Gefühl der Freude und ein Gefühl der Belohnung zu erzeugen, um zu weiterer Leistung zu motivieren. Niedrige Dopaminwerte zeigen sich meist in Hoffnungslosigkeit, geringem Selbstwert, Schwierigkeiten mit Stress umzugehen, selbstzerstörerische Gedanken und Verhalten (Suchtgefahr), leichte Ablenkbarkeit, schlechte Konzentration, schlechte Lernfähigkeit, leichte Impulsivität und andere kognitive Störungen.
  3. Die Aufgabe ist zu gross, unstrukturiert oder zu schwer und schlichtweg überwältigend für dein Kind.
  4. Es hat bereits schlechte Erfahrung mit dieser Aufgabe gemacht und traut sich daher gar nicht mehr dran. Also der geringe Selbstwert und Vertrauen steht im Weg.

Wenn wir ehrlich sind, kennen wir dieses Gefühl nur allzu gut selbst. Wer von uns schiebt die lange To Do liste nicht vor sich her, wo immer noch genau die Sachen draufstehen, die wir am wenigsten gern tun? «Aufschieberitis» nennen wir das gern und scrollen solange in der Zwischenzeit auf Social Media oder unsere Kinder spielen eine Runde Videospiele. Die erhöhen uns wenigstens das Dopamin. Trotzdem fühlen wir uns als Eltern oft am Anschlag, wenn unsere Kinder so gar nicht kooperieren oder nicht dazu in der Lage sind etwas auszuführen, von dem wir denken, dass es wichtig ist für Sie. Was ich aber auf die harte Tour gelernt habe, ist dass wir absolut niemanden zu etwas motivieren können. Wir denken, dass die Anwendung von Zwang/ Bestrafung oder Belohnung der einzige Weg sind. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass beides auf Dauer oder schon gleich gar nicht funktionieren wird, wenn obige Punkte im Spiel sind. Und sind wir ehrlich selbst für unsere «normalen» Kinder ist dieser Umgang nicht erstrebenswert. Was können wir als Eltern also tun, um unseren Kindern und ja ein Stück weit auch uns selbst zu helfen?

Hier kommen Sie die 5 besten Tipps wie du das Motivationsproblem an der Ursache beginnst zu lösen!

  1. Ändere deine Einstellung. Dein Kind verhält sich nicht absichtlich so. Es fehlt ihm an grundlegenden Fähigkeiten, die langsam erarbeitet und beachtet werden wollen.
  2. Setze erreichbare und gut strukturierte Ziele für dein Kind und baue so stetig Erfolg auf.
  3. Baue auf den Stärken deines Kindes auf, als ständig auf den Defiziten herumzunörgeln. Beachte die Emotionen deines Kindes und hilf ihm, sich an dir selbst zu regulieren.
  4. Coache dein Kind mit Respekt, Liebe und Geduld durch diesen Prozess.
  5. Arbeite am körperlichen Aspekt des zu niedrigen Dopaminlevels durch die Umstellung der Ernährung, dem Aufbau einer gesunden Darmflora, achte auf gesunden Schlaf und genügend Bewegung.

Im Übrigen setzen die gängigen ADHS Medikamente wie Ritalin und Co genau beim Dopaminproblem an. Sie erhöhen künstlich den Dopaminspiegel deines Kindes. Nur das dies mit einer ganzen Menge Nebenwirkungen einherkommt und das Problem langfristig nur schlimmer macht.

Wenn du also nicht auf eine Pseudo-Wunder-Pille setzen willst, sondern auf Arbeit an der Ursache, dann bist du bei mir richtig. Und solltest du selbst von der Aufschieberitis betroffen sein, dann hast du gleich einen Doppelt positiven Effekt. Win-win sozusagen.

I got you!

Alles Liebe,

Carmen

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